Das Boese in uns by Mcfadyen Cody

Das Boese in uns by Mcfadyen Cody

Autor:Mcfadyen, Cody [McFadyen, Cody]
Die sprache: deu
Format: epub
Tags: Thriller
ISBN: 3785723393
Herausgeber: TUX
veröffentlicht: 2010-04-25T22:00:00+00:00


Kapitel 23

»Ich schlug diesen armen Jungen ins Gesicht, und dann ... dann machte ich, was Mark von mir verlangt hatte, und ich sah zu, wie Mark ihn hinterher bedrohte«, liest der Mann in dem Videoclip weiter. »Er sagte Jacob, er würde ihn töten, falls er quatschte, und hinterher würde er Jacobs Mom vögeln.«

Das war das Ende der Samstage meiner Kindheit. Ich versuchte weiterhin, in den frühen Morgenstunden aufzuwachen, doch die Zeichentrickfilme waren seltsam blass geworden, und der Zimttoast schmeckte nicht mehr so gut wie vorher.

Auch ich selbst fühlte mich nie wieder wie zuvor. Man hat Vorstellungen von sich selbst, insbesondere als Kind. Ideale. Man glaubt, man wäre mutig, wenn es darauf ankommt, und dass man in einer schwierigen Situation die richtige Entscheidung treffen würde. Mark raubte mir diese Illusion. Ich begriff, dass ich imstande war, einem anderen - noch dazu jemand Hilflosem -Schmerz zuzufügen, ihn sogar zu vergewaltigen, um meine eigene Haut zu retten. Ich war kein Held, wenn es darauf ankam, und was auch immer sonst geschehen wird, ich werde es nie vergessen.

Ich habe Nana erzählt, was passiert war. Ich habe es ihr erzählt und geweint, und sie hat mich gehalten, lange Zeit, und schwieg, während sie über alles nachdachte. Am Ende sagte sie zu mir: Jeder Mensch hat ein kleines hässliches Geheimnis. Erinnere dich das nächste Mal an deines, bevor du andere verurteilst.

Nana war der einzige Mensch, der davon wusste - bis zu diesem Jahr. Ich fand einen Priester, einen guten Menschen, der bereit war, meine Beichte anzuhören. Ich redete, er hörte zu, und dann, Wunder über Wunder, erteilte er mir die Absolution. Er sagte mir, Gott würde mir vergeben, und ich glaube ihm. Gott ist wirklich nicht das Problem, wie mir immer mehr bewusst wird. Ich bin nur nicht sicher, ob ich bereit bin, mir selbst zu verzeihen. Aber ich versuche es. Ich versuche es wirklich ...«

Der Mann legt das Blatt vor sich auf den Tisch und faltet erneut die Hände. Daumen und Zeigefinger reiben weiterhin die Perlen des Rosenkranzes.

»Dexter Reid hat also der Welt ein Geheimnis enthüllt - seinen Wunsch, eine Frau zu sein. Doch er hielt ein weiteres Geheimnis zurück, das mit sehr viel mehr Schande verbunden war, zumindest für ihn selbst. Die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit, wie es so schön heißt. Leicht zu sagen, schwer zu tun, notwendig für die Erlösung ...

Ein weiteres Beispiel gibt uns der Tod von Rosemary Sonnenfeld.«

Schwarzblende.

»Ist das ungute Gefühl gerechtfertigt, das mich gerade überkommt?«, frage ich Alan. »Ja.«

»Dann weiter.«

Alan klickt den nächsten Clip an.

Diesmal verkündet die weiße Schrift: »Tod und Sünde der Rosemary Sonnenfeld.«

»Rosemary war der Inbegriff einer Sünderin«, intoniert der Mann. Er klingt nicht sonderlich abschätzig, eher nüchtern. Er sagt einfach, wie es ist. »Sie verbrachte ihre Jugend mit Sex, Drogen und Perversion. Am tiefsten Punkt angelangt, ließ sie Gott in ihr Leben ein und beichtete ihm ihre Vergangenheit. Sie enthüllte ihre dunklen Geheimnisse und versuchte fortan, auf dem rechten Weg zu bleiben. Doch wie Dexter Reid hatte auch Rosemary ein zweites, tieferes Geheimnis, eine verborgene größere Sünde.



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